Odoo in der Türkei live zu nehmen, bedeutet nicht nur, „auf eine türkische Oberfläche umzuschalten“. Ohne dass Steuergesetzgebung, Buchhaltungsstandards, E-Transformationspflichten und KVKK-Anforderungen erfüllt sind, gilt das System nicht als voll konform. In diesem Beitrag behandeln wir das nötige Lokalisierungspaket und die Integrationsschritte.
01. Das l10n_tr-Modul und der Kontenplan
Das Türkei-Lokalisierungsmodul von Odoo (l10n_tr) bietet den einheitlichen Kontenplan (VUK) und die gängigen MwSt.-Definitionen fertig an. Es ist selbst in der Community-Version vorhanden; in Enterprise werden umfassendere Berichte ergänzt.
02. E-Rechnung und E-Lieferschein
Um sich mit der GİB zu verbinden, hat Odoo keine eigene direkte Integration; es werden die Odoo-Module von Integratoren wie Uyumsoft, İzibiz und Digital Planet genutzt. Wird die Rechnung in Odoo genehmigt, wird sie automatisch an den Integrator übermittelt, und Ablehnung/Akzeptanz kommen zurück.
03. BA-BS-Meldungen
Für die monatlichen BA-BS-Berichte sind spezielle Module vorhanden. Zusätzlich zu den Standardberichten von Odoo ist die Erzeugung von GİB-konformem XML nötig. Das liefert meist der Partner.
04. KVKK und Datenansiedlung
Aus KVKK-Sicht kritisch: die Speicherung der Daten in der Türkei. odoo.sh hält sie in Europa; für sensible Daten kann eine On-Premise-Installation (self-hosted) bevorzugt werden. Zugleich lassen sich KVKK-Datenschutzhinweise und Antragsformulare betroffener Personen auf Modulebene verwalten.
05. SGK, Urlaub und Gehaltsabrechnung
Türkeispezifische SGK-Meldungen, Urlaubsverwaltung und Gehaltsberechnung fehlen im Standard-Odoo; es werden von Partnern an die Türkei angepasste HR-Module verwendet.