Ein Agent entscheidet selbst, welches Werkzeug er wann aufruft, um ein gegebenes Ziel zu erreichen. Diese Flexibilität ist zugleich seine Stärke und sein eigentliches Unternehmensrisiko.
01. Unterschied zur Kette
In einer Kette legen Sie die Reihenfolge fest und das Ergebnis ist vorhersehbar. Beim Agenten legt das Modell sie fest. Dieselbe Eingabe kann zwei Wege nehmen. Das verändert Fehlersuche und Test grundlegend.
02. Drei Bestandteile
Ein Agent hat drei Teile: ein Ziel, die nutzbaren Werkzeuge und eine Abbruchbedingung. Die dritte wird am häufigsten vergessen; ohne klare Abbruchbedingung dreht ein Agent endlos und erzeugt eine Rechnung.
03. Wo er wertvoll ist
Dort, wo die Eingabestruktur unklar und die Zahl der Schritte vorab unbekannt ist. Eine Supportanfrage untersuchen, indem Informationen aus mehreren Systemen zusammengetragen werden, oder mehrere Quellen zu einem Bericht vergleichen.
04. Wo er zu viel ist
In Prozessen mit festen Schritten und Regeln ist ein Agent unnötige Komplexität. Rechnungen erstellen, Bestände fortschreiben, Freigaben leiten laufen als deterministische Abläufe günstiger und verlässlicher.
05. Die Lage im Betrieb
Das Gesamtbild der Branche ist nicht optimistisch: Die große Mehrheit der Pilotprojekte bleibt vor dem vollen Produktivbetrieb stecken. Die Gründe sind weniger technisch als Governance-Lücken, fehlendes Identitätsmanagement, fehlende Rücknahmepläne und schwache Nachvollziehbarkeit.
06. Die Einstiegsregel
Bauen Sie Ihren ersten Agenten auf umkehrbarer Arbeit. Ein leselastiges Szenario, dessen Ausgabe eine menschliche Freigabe durchläuft, zeigt Nutzen und begrenzt Risiko.