„Machen wir die Integration über eine API oder ziehen wir per ETL?“ In ERP-Projekten wird diese Frage sehr früh gestellt und sehr spät beantwortet. Die richtige Antwort lautet „je nach Situation“; doch um situationsabhängig zu entscheiden, muss man die konkreten Vorteile aller drei Ansätze kennen.
01. REST-API: für den Echtzeitfluss
Eine REST-API ist ideal für einen sofortigen, synchronen Datenfluss zwischen zwei Systemen. Der Händler gibt in B2B eine Bestellung auf, und innerhalb von Sekunden trifft sie im ERP ein. Allerdings müssen API-Endpunkte existieren; stellt der ERP-Anbieter diese nicht bereit, muss ein alternativer Weg gesucht werden.
02. ETL: gebündelt, aber zuverlässig
ETL (Extract, Transform, Load) zieht und transformiert in bestimmten Zyklen große Datenmengen. Es eignet sich für Vorgänge wie Tagesendberichte und monatliche Abstimmung. Es ist nicht in Echtzeit; die Verzögerung liegt zwischen 15 Minuten und 24 Stunden. Je nach Fall ist das akzeptabel.
03. Nachrichtenwarteschlange: ausfalltolerant
Nachrichtenwarteschlangen-Werkzeuge wie RabbitMQ, Azure Service Bus und Kafka bieten eine asynchrone, aber garantierte Zustellung zwischen zwei Systemen. Bei einem Ausfall warten die Nachrichten in der Warteschlange und werden bei Wiederverbindung der Reihe nach verarbeitet. Es ist der Standard für Projekte, die hohes Volumen + hohe Zuverlässigkeit erfordern.
04. Der gemischte Ansatz: So ist das echte Leben
In ernsthaften Unternehmensprojekten genügt ein einzelner Ansatz nicht. API für Bestellungen, ETL für den Buchungsabschluss, Nachrichtenwarteschlange für kritische Kontovorgänge – die drei werden gemeinsam eingesetzt. Die richtige Antwort lautet nicht „welcher“, sondern „welcher in welchem Fall“.
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